Manfred Linke,
arbeitet als freier Fotograf und Kurator, ist Gründungsmitglied (1981) der Fotoagentur „laif“, agentur für photos und reportagen“ die heute zu den renommierten Bildagenturen für Fotojournalismus in Deutschland gehört.
Von Anfang an begleitete und dokumentierte er die politischen Bewegungen und die Protestkultur der Bundesrepublik in den 1980ern. Die in der Zeit entstandenen Arbeiten, die sowohl als ein Stück Zeitgeschichte gelesen werden können, wie auch die Entwicklung der ästhetischen Möglichkeiten der dokumentarischen Fotografie thematisieren. Die entstandenen Bilder und Reportagen sind Sinnbild des Protestes und der Abkehr von geltenden gesellschaftlichen Normen in dieser Zeit.
Dabei dokumentierte er nicht nur das politische Treiben und die Proteste, u.a.in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, gesellschaftspolitische Themen prägen bis heute seine künstlerischen Projekte und Ausstellungen (u.a. in Belém, Brasilien, Kunstakademie Indianapolis, USA). So dokumentierte er z.B. über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren die Entwicklung des brasilianischen Projektes „POEMA“ (Armut und Umwelt in Amazonien). Dabei entstanden Film- und Fotoreportagen mehrere Einzelausstellungen und der Bildband „POEMA, die leise Rückkehr des Regenwaldes“.
Die Fotoinstallation „Brückenschlag“, (Stadt Köln, 1996) – Indianapolis und Wolgograd, installiert auf der Kölner Hohenzollernbrücke über dem Rhein und die multimediale Umsetzung des Themas „Ernährung“ in einer Halle des „Themenpark“ während der EXPO 2000 in Hannover, sind ein weiteres Beispiel seiner künstlerischen Arbeit. Anlässlich der Eröffnung des neuen Bundespresseamtes in Berlin (2005) recherchierte, konzipierte und produzierte er den Foto-Film „80 Jahre Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit“ in Deutschland.
Die Ausstellung „Späte Gerechtigkeit“ 2008, war ein Beitrag zur Debatte um die Entschädigung der ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen.
Weitere Arbeiten, die Fotoausstellung „homeless – refugees welcome?“ Flüchtlinge erzählen von ihrer Flucht und ihren Hoffnungen, eine Ausstellungsinstallation in der nationalen Gedenkstätte Alt St. Alban, Köln, 2016.
Seit 2006 kuratiert und veranstaltet er die Veranstaltung „Photographer’s Night“.
Aus Anlass des 40-jährigem Bestehens der Bildagentur laif, kuratierte er 2022 gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Bialobrzeski und Peter Bitzer, die Ausstellung »40 Jahre laif – 40 Positionen dokumentarischer Fotografie«.
Von März bis September 2022 zeigte das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) und von Januar bis Mai 2023 das Stadthaus Ulm die Ausstellung, in der ausgewählte Fotograf:innen in ihren Arbeiten die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien beschreiben, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarität Menschen verbinden.
Darüber hinaus reflektieren die Arbeiten die ästhetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute und lassen 40 Jahre Zeitgeschichte lebendig werden.
Manfred Linke erhielt 1996 den World Press Award, ist Gründungsmitglied des Verbandes, Freelens e.V., Verband der Fotografinnen und Fotografen, Mitglied in der VG Bild-Kunst und berufenes Mitglied in der „Deutschen Gesellschaft für Photographie“ (DGPh), seit 2016 bis 2024 im Vorstand der Sektion Bild und gründete mit Kolleg:innen 2022 die laif Genossenschaft, in der er als Mitglied des Vorstandes ehrenamtlich tätig ist.
Seine Arbeiten wurden u.a. unterstützt, bzw. gefördert von.: Stiftung Kulturwerk Bild Kunst, Bundespresseamt, Berlin, Kulturamt der Stadt Köln, Museum Für Angewandte Kunst Köln (MAKK), RheinFlanke gGmbH, Wilhelm H. Pickartz-Stiftung, Universidade Federal do Para (Belém), Brasilien